Drei Fragen (1) – Ines Takač

Eine Stadt ist nichts ohne ihre Bewohner — und ich möchte von den Menschen in Rijeka wissen: Lesen sie Bücher zu Ende, die ihnen nicht gefallen? In welchem Restaurant gehen sie mit ihrer Mutter essen? Und wo würden sie in Rijeka jemanden küssen (wenn es kein Coronavirus gäbe)?

Einzige Regel der regelmäßigen Drei Fragen: Keine Frage taucht zweimal auf. Das Motto der Kulturhauptstadt lautet schließlich Hafen der Vielfalt.

Die Reihe startet mit Ines Takač. Ines ist 22, studiert an der Universität Rijeka Translatologie für die Sprachen Englisch und Deutsch und übersetzt diesen Blog Woche für Woche ins Kroatische.

Falls irgendwer daran zweifeln sollte, dass der Punkrock in Rijeka beliebt ist: Ines war erst im Februar auf einem Konzert der Band Paraf, die ich hier erwähnt habe.

Und Ines liebt das deutsche Wort: Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz.

Was gefällt dir an der deutschen Sprache?

Ich mag besonders zusammengesetzte Wörter wie Donaudampfschiffahrtselektrizitätenhauptbetriebswerkbauunteroffizierungsgesellschaft oder Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz, die strengen Grammatikregeln, wenn es um die Position des Verbs im komplexen Satz geht, und wie hart die Sprache klingt. Was ich absolut liebe, sind die unübersetzbaren lexikalisierten Konzepte wie Fernweh und Torschlusspanik. 

Welche deutschen Romane müsst ihr eigentlich an der Uni lesen?

Während meines Bachelor-Studiums hatte ich mehrere Literaturfächer, die unterschiedliche Literaturepochen abdeckten. Viele bedeutende literarische Werke wurden erwähnt und analysiert. Die, die mir am besten gefallen haben, sind Arthur Schnitzlers Liebelei, Elfriede Jelineks Die Liebhaberinnen und Theodor Fontanes Irrungen, Wirrungen, denn sie thematisieren Geschlechtsverhältnisse und Standesgrenzen. 

Welcher ist dein Lieblingsort in Rijeka – und wieso?

Obwohl die alte Burg Trsat und das Panoramablick auf die Stadt einfach wunderschön sind, sind meine Lieblingsorte die Strände Sablićevo und Srebreno und der Park von Ivo Lola Ribar. Üppige Vegetation, Wellen und das Zwitschern der Vögel bringen mir inneren Frieden und versorgen mich mit mehr Energie, die ich für meine täglichen Aufgaben benötige.

Der Strand von Srebreno

2 Gedanken zu „Drei Fragen (1) – Ines Takač“

  1. Schon die Überschriften klingen so spannend, dass ich den Beitrag unbedingt lesen will.
    Genialer Blog mit starken Inhalten! You got me hooked!! 🙂

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