Drei Fragen (3) – Iva Sušić

Eine Stadt ist nichts ohne ihre Bewohner — und ich befrage regelmäßig Menschen in Rijeka zu ihrem Leben hier. Einzige Regel der regelmäßigen Drei Fragen: Keine Frage taucht zweimal auf. Das Motto der Kulturhauptstadt lautet schließlich Hafen der Vielfalt.

Heute: Die 32-jährige Iva Sušić aus dem Rijeka2020-Team.

Ivas Arbeitsplatz kann man sich so vorstellen: Eine alte Fabrikhalle am Hafen mit improvisierten Büros, in denen Menschen sich um die Organisation des Kulturhauptstadtjahrs kümmern. Es sieht aus wie eine Mischung aus Start-Up, Off-Theater und Drogenumschlagplatz. Dazwischen: sehr viele, sehr freundliche Bürohunde.

Achtung Illustration! Dieses Bild erscheint bei Google, wenn man „freundlicher Bürohund“ eintippt (Quelle: HubSpot). Ich hätte besser die echten Rijeka2020-Hunde fotografieren sollen.

In der Kaffeeküche liegt eine übergroße Zucchini auf dem Tisch.

Keine Illustration: die sehr große Zucchini

Auf eine Tür hat jemand drei sehr große rote Buchstaben gesprayt.

Keine Illustration: Die Tür mit den großen roten Buchstaben. Ich habe sie nicht geöffnet.

Und über einer anderen Tür hängt ein Bild des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Il. Ein Insiderwitz, der mit dem Namen Kim zu tun hat, erklärt Iva.

(An dieser Stelle kein Diktator-Bild!)

Kein Wunder jedenfalls, dass Iva keinen Grund sieht, Rijeka zu verlassen, wenn schon ihre Kollegen so viel Humor haben.

Was hat Rijeka denn, was andere Städte nicht haben?

Iva: Wir haben warmherzige Menschen! Und wir haben diese vielfältige Geschichte mit all den verschiedenen politischen Systemen, zu denen wir mal gehörten. Und genau das sieht man hier überall in der Architektur.

Und was fehlt in Rijeka?

Iva: Wir brauchen unbedingt eine bessere Infrastruktur. Gute Zug- und Busverbindungen. Und Jobs wären auch gut. Jobs für die jungen Leute.

Würdest Du Rijeka denn verlassen, um an einem anderen Ort zu arbeiten? Und welcher Ort wäre das?

Iva: Ich würde hier nicht wegziehen wollen, weil ich hier sehr verwurzelt bin mit meiner Familie und vielen Freunden. Ich mag, dass Rijeka keine Kleinstadt ist, aber auch nicht so groß wie Zagreb. Wir haben vielleicht nicht so viele Cafés und Restaurants und Bars, aber die, die wir haben, sind toll.

Ich würde jedenfalls nicht nach Deutschland oder Irland gehen, um eine bestimmte Arbeit zu finden. Viele wandern in diese Länder aus, um zu arbeiten. Wenn ich auswandern würde, dann irgendwohin, wo ich auch leben wollen würde, nicht nur arbeiten. Spanien, Portugal, Bali zum Beispiel. Warme Orte, an denen die Menschen entspannt und freundlich sind.

So entspannt und freundlich wie Iva hoffentlich. Danke für das Interview!

(Wir sehen jetzt mal natürlich darüber hinweg, dass hier eigentlich Schleichwerbung für Los Angeles betrieben wird!)

3 Gedanken zu „Drei Fragen (3) – Iva Sušić“

  1. Wie witzig, so einen Arbeitsplatz würde ich mir auch wünschen, vor allem wegen der Bürohunde( leider ohne Foto)
    Freue mich schon auf den nächsten Beitrag!

  2. Liebe Alexandra. Ich komme aus Rijeka und sehr gerne lese deine Meldungen. Ich bin im Podmurvice geboren 🙂 und Veljko Vlahović (jetz Krnjevo) Grundschule gemacht. Danach bin ich zum Rijeka Erste Gymnasium gegangen. Ich bin nach der Schweiz umgezogen um eine bestimmte Arbeit zu finden. Wie Iva lustig gesagt hat, es ist not Bali aber es is doch gut. Ich kann in 8 Stunden in Rijeka sein 😊

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