Von Kurzgeschichten und Regenwolken

Die vermutlich kürzeste Kurzgeschichte der Welt stammt vom Short Story Meister Ernest Hemingway:

For sale: baby shoes, never worn.

Und ums Geschichtenschreiben ging es diese Woche an der Universität Rijeka. Dort habe ich einen Workshop zum Kreativen Schreiben gegeben.

Erstmal habe ich mich aber gefragt, ob ich überhaupt auf Studenten treffen werde:

Verwaiste Flure wegen Covid …

Im Klassenraum aber erwarteten mich dann vier Germanistik-Studenten, denen ich zwei Stunden lang Begriffe wie Plot, Hauptfigur oder Setting durch meine Maske entgegen nuschelte. Sie haben mich freundlicherweise nicht davon gejagt, sondern aufmerksam zugehört.

Und auch eine Hausaufgabe bekommen: nämlich bis zum Wiedersehen im November eine Kurzgeschichte zu schreiben – länger als Hemingway, aber nicht länger als fünf Seiten.

Die vier Studenten einmal mit mir
Und einmal mit der Leiterin der Germanistik Petra Žagar-Šoštarić

Passenderweise zeigte der Himmel vor dem Fenster sehr deutlich, was im Grunde jede Geschichte braucht – irgendeine Art von Konflikt.

In dem Fall: Wird sich der blaue Himmel gegen die Regenwolke behaupten können?

Der irische Schriftsteller John Banville hat es auch mal ganz schön ausgedrückt:

In einem Roman gibt es immer eine Figur, die die Sterne betrachtet und dabei in Hundescheiße tritt.

5 Gedanken zu „Von Kurzgeschichten und Regenwolken“

  1. Die Unschärferelationen der Welt haben Sie zu einer wunderbaren Initialzündung bewogen. Ich bin auch gespannt auf diese vier Kurzgeschichten.

  2. Herrlich!!
    Kennst Du folgendes Zitat zur Short Story von Ernest Hemingway? Leider weiss ich den Autor nicht.
    „Ernest Hemingway once won a bet by crafting a six-word story that can make people cry…“

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