Drei Fragen (7): Jupiterska

Jupiterska und ich haben uns so kennengelernt: Sie hatte einen Stand auf einem kleinen Designmarkt am Hafen von Rijeka und ich habe gar nicht auf sie geachtet, nur auf eines der gerahmten Bilder, das sie verkauft hat. (Zum Motiv keine Angaben, ich habe es nämlich gekauft, ein Geschenk für eine Freundin.) Erst als ich schon bezahlt hatte, fragte ich: And who made this?

Und Jupiterska grinste: I did!

Klar, dass ich mehr wissen wollte, zumal von einer Künstlerin, die Jupiterska heißt. Natürlich steht in ihrem Pass ein anderer Name, aber wer außer Beamten interessiert sich für Dinge, die in Pässen stehen?

Jupiterska (24) hat mich also ein paar Wochen später in ihre Wohnung eingeladen, wo sie zusammen mit ihrem Freund Roland (29) lebt und an ihren Bildern arbeitet.

Der Plan: Irgendwann einen Webshop haben, in dem ihre Bilder zu haben sind – und zwar auf Klamotten gedruckt. Am liebsten in Spanien, dorthin nämlich würden die beiden gerne auswandern, zumindest für eine Weile.

We have a nice life here, sagen sie über Rijeka, but if we don’t try it we never know how it is to live somewhere else.

In Berlin waren die beiden übrigens vergangenen Herbst. Dort haben sie vor allem Kreuzberger Plattenläden besucht – Roland ist DJ, und in Rijeka ist es mit den Plattenläden so ähnlich wie in Berlin mit den Drogen: Man muss jemanden anrufen, der jemanden kennt und der führt einen dann in einen Keller. Mit Platten.

Aber das sind nicht unbedingt die besten, sagt Roland: It’s just old stuff!

Eher Rolling Stones als Elektro-Underground.

Berlin fanden sie also super.

Jupiterska studiert im letzten Semester an der Kunstakademie in Rijeka, nämlich: traditional graphics and digital art. Dabei entstehen dann zum Beispiel solche Bilder:

Oder verfremdete Stadtansichten aus Rijeka:

Wie findest du deine Motive und wie lange brauchst du für ein Bild?

Jupiterska: Ich lasse mich eigentlich von allem um mich herum inspirieren: von anderen Künstlern auf Instagram oder von dem, was ich in der Stadt sehe. Oft notiere ich mir Motive, bevor ich ins Bett gehe und dann setze ich sie am nächsten Tag zusammen. Manchmal arbeite ich 24 Stunden an einem einzigen Bild, manchmal mache ich zwei Wochen lang gar nichts. Manche Bilder sind in einem Tag fertig, für andere brauche ich vier.

Gibt es ein Bild, das dir besonders viel bedeutet?

Jupiterska lacht: Eigentlich immer das, das ich als letztes gemacht habe. Ich habe keine tiefgründigen Geschichten zu meinen Bildern. Es funktioniert eher auf einer ästhetischen Ebene: Ich sehe etwas, das mich inspiriert, ich mache ein Bild draus, fertig, nächstes Bild. (Lacht wieder.)

Okay, und wie genau machst du die Bilder? Per Hand, am Computer?

Jupiterska: Mit einem digitalen Stift male ich die Motive auf einem Gerät vor und bearbeite sie dann am Computer.

Hier der digital pen:

Und hier Jupiterska bei der Arbeit:

Dann will ich gar nicht weiter stören …

Wobei.

Eines frage ich mich doch noch. Aber erst auf dem Nachhauseweg.

Woher kommt eigentlich der Name Jupiterska?

Ich schreibe ihr also nochmal eine E-Mail.

Und bekomme diese tolle Antwort:

The name Jupiterska comes from my natal chart (although I don’t know much about reading natal charts or horoscope in general), someone once told me that Jupiter is my „ruling planet“ looking at my chart. A few months after that Roland and I started dating and he asked me „Where are you from? You are not from this planet.“ I told him I’m from Jupiter, and he said „Jupiterska!“ Voila, Jupiterska was born.

2 Gedanken zu „Drei Fragen (7): Jupiterska“

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