Aber auf den dritten Blick

Rijeka besticht nicht auf den ersten Blick, auch nicht auf den zweiten.

Aus: „Europa erlesen: Rijeka“
Anthologie zu Rijeka, erschienen im März 2020 im Wieser-Verlag

Diese hübsche Anthologie dreht sich rund um Rijeka und zeichnet nicht immer ein schmeichelhaftes Bild von der Stadt. Aber die Worte der Herausgeber gehen natürlich weiter:

Rijeka besticht nicht auf den ersten Blick, auch nicht auf den zweiten. Doch wer tiefer blickt und in die Geschichte der Stadt eintaucht, dem tut sich ein erstaunlicher Mikrokosmos auf.

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Sommer auf der Großmutterinsel — Ivna Žic

Ein Buch, das man in einem Zug lesen sollte, auf einer Fahrt, die lange dauert, vor einem Fenster, an dem der Sommer vorbeirauscht:

Die Nachkommende heißt der Debütroman der in Zagreb geborenen und in Zürich aufgewachsenen Theaterregisseurin und Autorin Ivna Žic. Auch ihre Protagonistin sitzt in einem Zug, fährt von Paris nach Zagreb, um von dort weiter zu reisen auf die Insel, auf der ihre Großmutter jeden Sommer verbringt, die Familie wartet schon.

Aber kommt die junge Frau überhaupt an?

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Treffen sich zwei Stadtschreiber (2)

Bei Zoom braucht man keinen Mundschutz, nur eine Flasche Club Mate (in Berlin) und ein Glas Whiskey (in Dundalk): Letzte Woche habe ich mich per Videocall mit Marcel Krueger getroffen, dem letztjährigen Stadtschreiber. Marcel hat 2019 im Auftrag des Deutschen Kulturforums Östliches Europa fünf Monate aus dem polnischen Olsztyn/Allenstein gebloggt.

Und er war – im Gegensatz zu mir – schon mal in Rijeka!

Gestern lief Marcels Text über unser Treffen. Nun folgt meiner – und zwar als Auflistung. Listen sind die neuen Katzenvideos, schnell und unterhaltsam. Außerdem glaube ich, dass die Fähigkeit vieler Menschen, langen Texten zu folgen, die ohne Listen und ohne Katzenvideos auskommen, immer weiter abn…

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Zum 8. Mai — Daša Drndić

Heute vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Einen passenderen Lektüretipp als dieses verstörende Buch der kroatischen Schriftstellerin Daša Drndić (1946-2018) kann ich an diesem Tag nicht geben:

Daša Drndić „Trieste“ (englische Ausgabe, kroatischer Originaltitel: „Sonnenschein“)

Worum geht es?

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