Meine Katze Jugoslawien

Darf man Bücher kaufen, nur weil einem das Cover und der Titel gefallen? Ich sage: Aber klar! Und in dem Fall konnte ich natürlich nicht widerstehen:

Das Gute an dieser rein ästhetischen Entscheidung: Der Roman My Cat Yugoslavia von Pajtim Statovci ist so klug und komisch, so böse und zynisch, so traurig und versöhnlich, so verschlüsselt und direkt, dass ich sagen würde, ich bin da auf ein kleines Meisterwerk gestoßen.

Statovci, der 1990 geboren wurde, hat dafür jedenfalls völlig zurecht einen finnischen Literaturpreis für das beste Debüt bekommen. Der Roman erschien in Finnland schon 2014. Statovci war damals also gerade mal 24.

Moment, Finnland? Jugoslawien? Eine Katze?

Was ist da los?

Sagen wir so: auch eine Boa-Constrictor spielt eine Rolle in diesem Buch …

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Sommer auf der Großmutterinsel — Ivna Žic

Ein Buch, das man in einem Zug lesen sollte, auf einer Fahrt, die lange dauert, vor einem Fenster, an dem der Sommer vorbeirauscht:

Die Nachkommende heißt der Debütroman der in Zagreb geborenen und in Zürich aufgewachsenen Theaterregisseurin und Autorin Ivna Žic. Auch ihre Protagonistin sitzt in einem Zug, fährt von Paris nach Zagreb, um von dort weiter zu reisen auf die Insel, auf der ihre Großmutter jeden Sommer verbringt, die Familie wartet schon.

Aber kommt die junge Frau überhaupt an?

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Zum 8. Mai — Daša Drndić

Heute vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Einen passenderen Lektüretipp als dieses verstörende Buch der kroatischen Schriftstellerin Daša Drndić (1946-2018) kann ich an diesem Tag nicht geben:

Daša Drndić „Trieste“ (englische Ausgabe, kroatischer Originaltitel: „Sonnenschein“)

Worum geht es?

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